Ein gebrauchtes Becken
Gebrauchte Fertigbecken tauchen regelmäßig auf Kleinanzeigenplattformen auf, oft für einen Bruchteil des Neupreises. Die Rechnung geht trotzdem selten auf - nicht weil die Becken schlecht wären, sondern weil das Becken der kleinere Teil der Kosten ist.

Die Rechnung
Ein Becken von sechs mal drei Metern kostet neu 7.000 bis 18.400 Euro, schlüsselfertig 21.000 bis 41.000. Das heißt: Selbst wenn das gebrauchte Becken nichts kostet, bleiben Aushub, Kran, Verfüllung, Technik und Elektro - der größere Teil der Rechnung.
Dazu kommen beim Gebrauchtkauf zwei Posten, die es beim Neukauf nicht gibt: der Ausbau beim Verkäufer und ein zweiter Krantermin. Beides zusammen kann den Preisvorteil aufzehren.
Realistisch lohnt sich der Kauf, wenn das Becken sehr günstig oder kostenlos abzugeben ist und der Verkäufer den Ausbau ohnehin macht - etwa weil er das Becken loswerden muss, um im Garten anders zu bauen.
Was geprüft werden muss
Ein gebrauchtes Becken wird leer, trocken und bei Tageslicht besichtigt. Die Prüfpunkte in der Reihenfolge ihrer Bedeutung:
- Blasen unter dem Gelcoat. Mit der flachen Hand über die Wände fahren, besonders unterhalb der ehemaligen Wasserlinie. Osmose lässt sich nicht ausbessern, sondern nur durch vollständiges Abtragen beheben.
- Risse. Feine Haarrisse sind bei einem alten Becken normal. Risse entlang von Kanten oder rund um Einbauöffnungen sind es nicht - sie deuten auf Spannung hin.
- Verformung. Ein Becken, das jahrelang ungleichmäßig hinterfüllt war, ist nicht mehr exakt in Form. Sichtbar wird das an den langen Wänden, wenn man von einer Ecke entlangschaut.
- Zustand des Gelcoats. Kreidung ist normal und lässt sich polieren. Durchgeschliffene Stellen sind es nicht.
- Alter und Aufbau. Ein Becken mit Vinylester-Sperrschicht hat andere Aussichten als eines ohne - und ältere Becken haben diese Schicht seltener.

Ausbau und Transport
Der Ausbau ist der Punkt, an dem die meisten Gebrauchtprojekte scheitern. Das Becken muss freigelegt werden - also die gesamte Verfüllung rundherum wieder heraus -, bevor der Kran es heben kann. Dabei ist das Becken leer und damit in dem Zustand, in dem es am empfindlichsten ist.
Zweiter Punkt: Wer haftet, wenn beim Ausbau etwas bricht? Diese Frage gehört vor dem ersten Baggereinsatz geklärt und schriftlich festgehalten. Ohne Vereinbarung steht am Ende ein beschädigtes Becken auf einem Anhänger, und niemand ist zuständig.
Der Transport braucht denselben Tieflader wie beim Neukauf, und am Zielort denselben Kran. Zwei Krantermine, zwei Anfahrten - bei 600 bis 900 Euro je Tag zuzüglich Anfahrt ein spürbarer Posten.
Gewährleistung beim Privatkauf
Kauft man von einem Händler, gilt das Verbrauchergewährleistungsgesetz; bei gebrauchten beweglichen Sachen kann die Frist auf ein Jahr verkürzt werden.
Zwischen Privatpersonen sieht es anders aus: Dort lässt sich die Gewährleistung vertraglich ausschließen, und die Formel „gekauft wie besichtigt" steht in praktisch jedem Kleinanzeigeninserat. Was bleibt, ist die Haftung für arglistig verschwiegene Mängel - nur muss man dem Verkäufer dann nachweisen, dass er davon wusste.
Praktisch heißt das: Beim Privatkauf trägt der Käufer das Risiko. Deshalb ist die Besichtigung am leeren Becken keine Formalität, sondern die einzige Absicherung, die es gibt.
Wann es sich lohnt
Wenn das Becken günstig oder kostenlos ist, der Verkäufer den Ausbau übernimmt, das Modell zum Garten passt und die Besichtigung keine Blasen zeigt. Sind alle vier Bedingungen erfüllt, ist es ein gutes Geschäft.
Fehlt eine davon, lohnt der Vergleich mit einem Restposten: Ein fabrikneues Abverkaufsbecken mit fünf bis zwanzig Prozent Nachlass bringt volle Gewährleistung, keinen Ausbau und keinen zweiten Krantermin - und liegt am Ende oft nicht weit auseinander.

Lohnt sich ein gebrauchter GFK-Pool?
Nur wenn er sehr günstig oder kostenlos ist und der Verkäufer den Ausbau übernimmt. Das Becken macht bei einem Fertigbecken nur rund ein Drittel bis 40 Prozent der Gesamtkosten aus - Aushub, Kran, Technik und Elektro fallen unverändert an, dazu ein zweiter Krantermin.
Woran erkenne ich ein schlechtes gebrauchtes Becken?
An Blasen unter dem Gelcoat, die sich mit der flachen Hand ertasten lassen, an Rissen entlang von Kanten oder um Einbauöffnungen und an einer Verformung der langen Wände. Kreidung dagegen ist normal und lässt sich polieren.
Habe ich beim Privatkauf Gewährleistung?
Sie lässt sich zwischen Privatpersonen vertraglich ausschließen, und genau das steht in fast jedem Inserat. Es bleibt die Haftung für arglistig verschwiegene Mängel - die dem Verkäufer aber nachgewiesen werden muss. Beim Händlerkauf gilt das Verbrauchergewährleistungsgesetz, bei gebrauchten Sachen mit möglicher Verkürzung auf ein Jahr.