Die Salzelektrolyse
Der Begriff Salzwasserpool führt in die Irre. Es entsteht kein chlorfreies Becken, sondern eines, das sein Chlor selbst herstellt - aus Salz, laufend und in der Menge, die gerade gebraucht wird. Genau das ist der eigentliche Vorteil, und er hat wenig mit Salz zu tun.

Wie es funktioniert
Im Wasser gelöstes Salz läuft durch eine Elektrolysezelle, in der zwischen Titanplatten Gleichstrom fließt. Dabei entsteht aus dem Chloridanteil des Salzes freies Chlor, das im Becken desinfiziert und danach wieder zu Salz zurückreagiert. Das Salz wird also nicht verbraucht, sondern läuft im Kreis.
Die Zelle sitzt in der Verrohrung nach dem Filter und nach der Wärmepumpe. Moderne Anlagen reinigen sich selbst, indem sie die Polarität in Abständen von zwei bis sechzehn Stunden umkehren - der Kalk, der sich an den Platten absetzt, löst sich dadurch wieder ab.
Wie viel Salz
Üblich sind 40 Kilogramm Salz je 10 Kubikmeter Wasser, also rund 4 Gramm je Liter. Das entspricht etwa einem Zehntel des Salzgehalts von Meerwasser - man schmeckt es kaum, und im Auge brennt es nicht, weil die Konzentration nahe an der Tränenflüssigkeit liegt.
Für ein Becken von sechs mal drei Metern mit 27 Kubikmetern sind das rund 110 Kilogramm zur Erstbefüllung. Nachgesalzen wird nur, was mit dem Wasser verloren geht - also nach dem Rückspülen und nach starkem Regen mit Überlauf.
Was es kostet
| Position | Kosten | Anmerkung |
|---|---|---|
| Anlage, Einstieg | ab 500 € | Geräteklassen nach Beckengröße, von 25 bis 130 m³ |
| Salz, Erstbefüllung | rund 12 € je 10 m³ | 40 kg Siedesalz für 10.000 Liter |
| Nachsalzen | gering | nur bei Wasserverlust durch Rückspülen oder Regen |
| Ersatzzelle | nach Jahren fällig | Verschleißteil, Standzeit je nach Betrieb |
Tab. 1 - Richtwerte für Österreich
Der Vergleich mit Chlortabletten geht damit über mehrere Jahre: Die Anlage kostet zuerst mehr, das Verbrauchsmaterial danach deutlich weniger. Nach drei bis fünf Saisonen ist der Punkt üblicherweise erreicht - abhängig davon, wann die Zelle das erste Mal getauscht werden muss.

Was besser wird
Der spürbarste Unterschied ist die Gleichmäßigkeit. Chlortabletten pendeln zwischen Über- und Unterdosierung, je nachdem, wann zuletzt nachgelegt wurde. Eine Elektrolyse produziert laufend und bedarfsgerecht, wodurch der Chlorwert konstanter bleibt.
Daraus folgt der Rest: weniger Chlorgeruch, weicheres Wasserempfinden, keine roten Augen und kein Hantieren mit Chlorprodukten. Und ein Nebeneffekt, der bei GFK-Becken zählt - Tabletten, die auf den Beckenboden fallen, können dort Flecken hinterlassen. Ohne Tabletten passiert das nicht.
Wo die Grenzen liegen
Der pH-Wert muss weiterhin kontrolliert und eingestellt werden. Die Elektrolyse treibt ihn tendenziell nach oben, sodass regelmäßig pH-Senker nötig wird - der Aufwand verschwindet also nicht, er verlagert sich.
Zweitens produziert die Anlage unstabilisiertes Chlor, das UV-Licht schneller abbaut. Bei einem unbeschatteten Becken kann das bedeuten, dass die Zelle länger laufen muss, als das Datenblatt vermuten lässt.
Drittens bleibt eine Stoßchlorung von Hand gelegentlich nötig, etwa nach starkem Regen oder hoher Badebelastung. Und viertens steigt mit dem Salzgehalt die Leitfähigkeit des Wassers - zu hoch dosiert erhöht sich das Korrosionsrisiko an Metallteilen.
Salz und GFK-Becken
Für das Laminat selbst ist Salzwasser unproblematisch, das Gelcoat ist chemisch beständig. Kritisch sind Metallteile: Edelstahlleitern, Schrauben und Rahmen. Wer eine Salzanlage plant, wählt diese Teile entsprechend aus - nachträglich sind sie teurer zu tauschen als beim Bau richtig zu bestellen.

Ist ein Salzwasserpool chlorfrei?
Nein. Die Anlage stellt aus Salz laufend Chlor her, das im Becken desinfiziert und danach wieder zu Salz zurückreagiert. Der Unterschied liegt in der gleichmäßigen Erzeugung, nicht im Verzicht auf Chlor.
Wie viel Salz kommt in den Pool?
Rund 40 Kilogramm je 10 Kubikmeter Wasser, also etwa 4 Gramm je Liter - ein Zehntel des Salzgehalts von Meerwasser. Für ein Becken mit 27 Kubikmetern sind das rund 110 Kilogramm.
Was kostet eine Salzanlage?
Einstiegsgeräte ab rund 500 Euro, dazu das Salz mit etwa 12 Euro je 10 Kubikmeter. Gegenüber Chlortabletten rechnet sich das üblicherweise nach drei bis fünf Saisonen, abhängig von der Standzeit der Zelle.
Schadet Salzwasser dem GFK-Becken?
Dem Laminat und dem Gelcoat nicht. Kritisch sind Metallteile wie Edelstahlleitern und Einbaurahmen, die für den Salzbetrieb freigegeben sein sollten.