Poolmaterialien im Vergleich
Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Becken liegt der Faktor acht - und zwar bei gleicher Wasserfläche. Diese Spanne erklärt sich nicht über die Qualität allein, sondern darüber, wie viel Arbeit vor Ort anfällt und wie lange das Ergebnis ohne Eingriff auskommt.

Die Preise je Quadratmeter
Die folgenden Richtwerte für Österreich stammen vom Baukostenrechner von daibau.at und beziehen sich auf die Wasserfläche.
| Bauweise | Preis je m² | Kennzeichen |
|---|---|---|
| Aufstellpool | 150 bis 280 € | saisonal, kein Erdeingriff, keine Bewilligung |
| Stahlwandpool | 220 bis 560 € | eingegraben möglich, Folie als Verschleißteil |
| Folienpool | 350 bis 600 € | frei formbar, gemauerter oder Styroporkern |
| Polyesterpool, GFK | 400 bis 600 € | Monoblock ab Werk, kürzeste Bauzeit |
| Edelstahlpool | 1.200 bis 1.800 € | langlebigste und teuerste Bauweise |
Tab. 1 - Richtwerte je Quadratmeter Wasserfläche, Österreich
Zwei Dinge fallen auf. Erstens liegt GFK preislich fast gleichauf mit dem Folienbecken - der Vorsprung liegt nicht beim Preis, sondern bei der Bauzeit. Zweitens ist der Abstand zum Edelstahlbecken so groß, dass er sich nur über die Lebensdauer und die Optik rechtfertigen lässt.
GFK-Fertigbecken
Kommt fertig laminiert aus dem Werk, hängt in einer Stunde in der Grube und ist nach vier bis neun Tagen Arbeit vor Ort in Betrieb. Die Gelcoat-Oberfläche ist fugenlos, hart und pflegeleicht. Dagegen stehen die feste Form ab Werk, die Abhängigkeit von Zufahrt und Kran sowie das Osmoserisiko bei Becken ohne Sperrschicht.
Polypropylen
Wird aus Platten vor Ort zugeschnitten und verschweißt, ist damit in Form, Größe und Tiefenverlauf frei planbar. Osmose ist konstruktiv ausgeschlossen, weil das Material homogen ist. Der Preis dafür sind sichtbare Schweißnähte, eine weichere Oberfläche, deutlich höhere Wärmeausdehnung und mehr Tage auf der Baustelle.
Folie auf Styropor oder Stahlwand
Die verbreitetste Bauweise im Selbstbau. Die Wand entsteht aus Styroporsteinen oder einer Stahlwand, die Dichtheit übernimmt eine Folie. Das macht die Bauweise günstig und frei in der Form, verlagert aber die Haltbarkeit auf ein Verschleißteil: Die Folie wird nach Jahren getauscht. Gewebeverstärkte Folie kostet 20 bis 50 Euro je Quadratmeter, die Montage weitere 30 bis 45 Euro.

Beton
Die aufwendigste Bauweise und die einzige, die praktisch jede Geometrie erlaubt, auch Überlaufrinnen, Sonderformen und in den Hang gebaute Becken. Ein Betonbecken ist tragend und übersteht bei ordentlicher Ausführung Jahrzehnte, braucht aber eine Innenbeschichtung, die ihrerseits ein Wartungsthema ist. Bauzeit und Aushärtungsphasen machen es zum langsamsten Weg zum eigenen Becken.
Edelstahl
Mit 1.200 bis 1.800 Euro je Quadratmeter das Dreifache eines GFK-Beckens. Dafür gibt es die längste Lebensdauer, eine sehr präzise Optik und die Möglichkeit, den Wasserspiegel exakt auf Kante zu führen. Wirtschaftlich sinnvoll wird das erst bei sehr langer Nutzungsdauer oder wenn die Optik den Ausschlag gibt.

Welches Material wann
- Standardgröße, gute Zufahrt, schnell fertig: GFK-Fertigbecken.
- Sonderform oder enges Grundstück: Polypropylen oder Folie, beide entstehen vor Ort.
- Kleines Budget und Bereitschaft zur Eigenleistung: Folie auf Styroporsteinen.
- Anspruchsvolle Geometrie, Hanglage, Überlaufrinne: Beton.
- Optik und Langlebigkeit über allem: Edelstahl.
Welches Poolmaterial ist das beste?
Es gibt kein bestes Material, sondern eines, das zum Grundstück passt. Entscheidend sind drei Fragen: Muss die Form vom Standard abweichen? Kommt ein Tieflader und ein Kran zum Becken? Und wie schnell soll es fertig sein? Aus den Antworten ergibt sich das Material fast von selbst.
Was kostet ein Pool je Quadratmeter?
In Österreich reichen die Richtwerte von 150 bis 280 Euro je Quadratmeter für einen Aufstellpool bis 1.200 bis 1.800 Euro für Edelstahl. GFK-Becken liegen bei 400 bis 600 Euro und damit fast gleichauf mit Folienbecken.
Ist ein Folienbecken günstiger als GFK?
Je Quadratmeter kaum, die Spannen überschneiden sich. Der Unterschied liegt woanders: Beim Folienbecken fällt mehr Arbeit vor Ort an, die sich in Eigenleistung erbringen lässt, und die Folie ist ein planmäßiges Verschleißteil.