Polyesterpool = GFK-Pool · Fertigbecken aus glasfaserverstärktem Kunststoff Hersteller Größen Poolbau nach Bundesland

Die Wasserwerte

Vier Werte genügen für ein privates Becken, und einer davon steuert die anderen. Wer den pH-Wert im Griff hat, braucht weniger Chlor, hat seltener trübes Wasser und gibt über die Saison spürbar weniger für Chemie aus.

Teststreifen mit Farbfeldern wird gegen die Farbskala auf der Dose gehalten
Abb. 1 - Teststreifen sind für die wöchentliche Kontrolle genau genug.

Die Richtwerte

WertBereichWozu
pH-Wert7,0 bis 7,4bestimmt die Wirksamkeit des Chlors
Freies Chlor0,3 bis 0,6 mg/lan sonnigen Tagen bis 1,5 mg/l
Gebundenes Chlormax. 0,5 mg/lverursacht den typischen Geruch
Alkalität80 bis 140 mg/lstabilisiert den pH-Wert
Cyanursäuremax. 50 mg/lschützt Chlor vor UV-Abbau

Tab. 1 - Richtwerte für private Becken, abgerufen 10.08.2026

Der pH-Wert zuerst

Chlor liegt im Wasser in zwei Formen vor, und nur eine davon desinfiziert wirksam. Welche überwiegt, hängt vom pH-Wert ab. Steigt er über 7,4, kippt das Verhältnis zunehmend zur schwächeren Form - dieselbe Chlormenge wirkt dann deutlich schlechter.

Daraus folgt die Reihenfolge: erst pH einstellen, dann desinfizieren. Wer umgekehrt vorgeht, sieht am Messgerät genug Chlor und trotzdem trübes Wasser, dosiert nach und wundert sich über den Verbrauch.

Nach oben treibt den pH-Wert vor allem das Umwälzen selbst, weil dabei Kohlendioxid ausgast. Ein langsam steigender pH-Wert über die Saison ist deshalb normal und kein Zeichen für ein Problem.

Freies und gebundenes Chlor

Freies Chlor ist der Anteil, der noch desinfizieren kann - er gehört zwischen 0,3 und 0,6 Milligramm je Liter, an heißen, sonnigen Tagen mit starker Nutzung höher.

Gebundenes Chlor ist verbrauchtes Chlor, das sich mit Verunreinigungen verbunden hat. Es desinfiziert nicht mehr, reizt Augen und Schleimhäute und verursacht den Geruch, den viele für „zu viel Chlor" halten. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Riecht das Becken, fehlt freies Chlor, und es muss mehr statt weniger dosiert werden.

Photometer auf dem Beckenrand mit zwei Küvetten eingefärbter Wasserproben
Abb. 2 - Ein Photometer misst genauer, ist aber für die Wochenkontrolle nicht nötig.

Alkalität als Puffer

Die Alkalität beschreibt, wie stark das Wasser einer pH-Änderung widersteht. Liegt sie zu niedrig, springt der pH-Wert bei jeder Dosierung; liegt sie zu hoch, lässt er sich kaum noch bewegen. Zwischen 80 und 140 Milligramm je Liter bleibt er stabil und trotzdem einstellbar.

Wer den pH-Wert ständig nachjustieren muss, hat meist kein pH-Problem, sondern ein Alkalitätsproblem. Das ist der Wert, den man nicht wöchentlich misst, aber zu Saisonbeginn einmal einstellt.

Cyanursäure, der schleichende Fehler

Cyanursäure schützt freies Chlor vor dem Abbau durch UV-Licht und steckt in fast allen Chlortabletten. Das ist zunächst nützlich, hat aber einen Haken: Sie wird nicht verbraucht und verlässt das Becken nur mit dem Wasser.

Über Jahre reichert sie sich an. Bei zu hohen Werten - mehr als 50 Milligramm je Liter - bindet sie das Chlor so stark, dass dessen Wirkung nachlässt, obwohl die Messung genug freies Chlor anzeigt. Das Ergebnis ist ein Becken, das trotz korrekter Werte kippt.

Die einzige Abhilfe ist Wasser tauschen. Wer regelmäßig stabilisierte Tabletten verwendet, sollte die Cyanursäure einmal je Saison messen lassen - es ist der Wert, der Probleme verursacht, an die niemand denkt.

Richtig messen

Für die wöchentliche Kontrolle genügen Teststreifen. Wichtig ist, wo gemessen wird: nicht an der Oberfläche und nicht direkt an der Einlaufdüse, sondern etwa eine Armlänge tief und in einiger Entfernung von der Düse, weil das Wasser dort dem Durchschnitt entspricht.

Gemessen wird vor dem Dosieren, nicht danach, und möglichst immer zur selben Tageszeit. Nach einer Dosierung braucht das Wasser einige Umwälzzyklen, bis der Wert aussagekräftig ist.

Mann entnimmt am Beckenrand eine Wasserprobe aus etwa einer Armlänge Tiefe
Abb. 3 - Die Probe kommt aus etwa einer Armlänge Tiefe, nicht von der Oberfläche.
Welcher pH-Wert ist im Pool richtig?

7,0 bis 7,4. In diesem Bereich wirkt Chlor am besten. Über 7,4 lässt die Desinfektionswirkung deutlich nach, obwohl die Chlormessung unverändert bleibt.

Wie viel Chlor gehört ins Poolwasser?

0,3 bis 0,6 Milligramm freies Chlor je Liter, an heißen und sonnigen Tagen mit starker Nutzung bis 1,5. Gebundenes Chlor sollte 0,5 Milligramm je Liter nicht überschreiten.

Warum riecht mein Pool nach Chlor?

Weil zu wenig freies Chlor da ist, nicht zu viel. Der Geruch stammt von gebundenem Chlor, also von verbrauchtem Chlor, das sich mit Verunreinigungen verbunden hat. Die Lösung ist mehr Desinfektion, nicht weniger.

Wie oft muss ich messen?

Einmal wöchentlich pH und freies Chlor, bei starker Nutzung öfter. Alkalität zu Saisonbeginn, Cyanursäure einmal je Saison, wenn stabilisierte Tabletten verwendet werden.

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