Die Solarheizung für den Pool
Ein Schwimmbecken braucht keine hohen Temperaturen, sondern sehr viel Wärme auf niedrigem Niveau - genau die Arbeit, für die schwarze Kunststoffabsorber gemacht sind. Sie heizen ohne Brennstoff und ohne Strom für die Wärme, aber nur, solange die Sonne scheint. Im September fallen auf einen waagrechten Quadratmeter in Wien im Schnitt noch 3,9 Kilowattstunden Sonnenenergie am Tag, gut ein Drittel weniger als im Juli. Am Rand der Saison, wenn das Becken die Wärme am dringendsten braucht, kommt am wenigsten.

Wie ein Absorber arbeitet
Ein Schwimmbadabsorber ist der einfachste Sonnenkollektor, den es gibt. Matten, Platten oder Schläuche aus UV- und chlorbeständigem Kunststoff, schwarz gefärbt, ohne Glasabdeckung und ohne Dämmung. Das Beckenwasser fließt direkt hindurch, ein Wärmetauscher ist nicht nötig.
Dass das funktioniert, liegt am niedrigen Temperaturniveau. Die Absorber arbeiten bei 30 bis 40 Grad, das Badewasser soll höchstens 30 Grad erreichen. In diesem Bereich arbeiten sie laut BauNetz Wissen mit hohem Wirkungsgrad, deshalb genügen sehr einfache und günstige Absorber.
Montiert wird meist ebenerdig oder auf Flachdächern, mit Haltegurten auf dem Untergrund, möglich sind auch leicht geneigte Dächer. Im Herbst kommt ein Arbeitsschritt dazu: Die Absorber müssen vor dem Winter vollständig entleert werden, wie die übrige Verrohrung bei der Überwinterung.
Wie viel Fläche nötig ist
Die Angaben gehen auseinander, und zwar aus gutem Grund. BauNetz Wissen nennt als Richtwert 0,8 Quadratmeter Absorber je Quadratmeter Wasserfläche, je nach Standort, Nutzung, Wunschtemperatur und Abdeckung die halbe bis ganze Beckenfläche. Genauer wird die Auslegungstabelle des Absorberherstellers OKU, weil sie Neigung und Himmelsrichtung berücksichtigt. Sie gilt für Freibäder mit Abdeckung und eine Saison von Anfang Mai bis Ende September:
| Neigung | Ost | Südost | Süd | Südwest | West |
|---|---|---|---|---|---|
| 0° (waagrecht) | 50 % | 50 % | 50 % | 50 % | 50 % |
| 15° | 55 % | 50 % | 50 % | 50 % | 55 % |
| 30° | 60 % | 55 % | 45 % | 50 % | 55 % |
| 45° | 70 % | 60 % | 50 % | 55 % | 65 % |
| 90° (senkrecht) | 90 % | 80 % | 70 % | 75 % | 85 % |
Tab. 1 - Absorberfläche in Prozent der Wasserfläche, mit Abdeckung. Ohne Abdeckung um die Hälfte mehr, regional bis 20 % Zu- oder Abschlag. Quelle: OKU-Prospekt, abgerufen 23.10.2026
Zwei Regeln aus derselben Quelle wiegen schwerer als die Ausrichtung. Fehlt die Abdeckung, braucht es 50 Prozent mehr Absorberfläche. Und das Ergebnis bleibt bescheiden: Der Hersteller verspricht 4 bis 7 Grad mehr gegenüber einem ungeheizten Becken, BauNetz Wissen spricht von 2 bis 4 Grad. Eine Solarheizung hebt das Niveau, sie hält keine Wunschtemperatur.
Für vier gängige Beckengrößen bedeutet das:
| Becken | Wasserfläche | waagrecht, mit Abdeckung | 30° Süd, mit Abdeckung | waagrecht, ohne Abdeckung |
|---|---|---|---|---|
| 4,50 × 2,50 m | 11,3 m² | 5,6 m² | 5,1 m² | 8,4 m² |
| 5,50 × 3,00 m | 16,5 m² | 8,3 m² | 7,4 m² | 12,4 m² |
| 6,50 × 3,80 m | 24,7 m² | 12,4 m² | 11,1 m² | 18,5 m² |
| 8,00 × 3,80 m | 30,4 m² | 15,2 m² | 13,7 m² | 22,8 m² |
Tab. 2 - Absorberfläche nach Tab. 1: 50 %, 45 % und 75 % der Wasserfläche
Ein Becken von 6,50 × 3,80 Metern ohne Abdeckung braucht also gut 18 Quadratmeter Absorber, etwa die Dachfläche einer Einzelgarage. Mit Abdeckung reicht ein Drittel weniger. Wer zwischen Abdeckung und Solarheizung wählen muss, nimmt zuerst die Abdeckung: Nach BauNetz Wissen halbiert eine nächtliche Abdeckung den Heizenergiebedarf, weil sie die Verdunstung bremst.
Was die Sonne in Österreich liefert
Wie viel Energie auf die Absorber fällt, lässt sich für jeden Ort abrufen. Das Photovoltaic Geographical Information System (PVGIS) der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission rechnet aus Satellitendaten die Einstrahlung je Monat. Für vier Landeshauptstädte, gemittelt über die Jahre 2014 bis 2023, je Quadratmeter und Tag:
| Ort | Mai | Juni | Juli | August | September |
|---|---|---|---|---|---|
| Wien | 5,2 | 6,3 | 6,0 | 5,2 | 3,9 |
| Linz | 5,0 | 6,1 | 5,9 | 5,0 | 3,7 |
| Graz | 5,0 | 5,9 | 5,9 | 5,1 | 3,8 |
| Innsbruck | 5,2 | 6,2 | 5,9 | 5,1 | 4,1 |
| Wien, 30° Süd | 5,4 | 6,3 | 6,1 | 5,7 | 4,8 |
Tab. 3 - Globalstrahlung in kWh je m² und Tag, waagrechte Fläche bzw. 30° nach Süden geneigt. Quelle: PVGIS, Datensatz SARAH3, abgerufen 23.10.2026
Zwischen den Städten ist der Unterschied klein, zwischen den Monaten groß. Von Juli auf September sinkt die Einstrahlung auf eine waagrechte Fläche um rund ein Drittel. Der Hersteller-Prospekt rechnet mit 4 bis 5 Kilowattstunden Ertrag je Quadratmeter und Tag. Im September fällt auf einen waagrecht liegenden Absorber in allen vier Städten weniger Sonne, als dieser Wert als Ertrag ansetzt - er beschreibt einen guten Sommertag, nicht den Saisonrand.
Die letzte Zeile zeigt, was die Neigung bringt. Um 30 Grad nach Süden gekippt, bekommt dieselbe Fläche in Wien im September 4,8 statt 3,9 Kilowattstunden, fast ein Viertel mehr. Im Juni macht die Neigung dagegen keinen Unterschied. Wer die Saison verlängern will, legt die Absorber deshalb schräg - auf ein Pultdach, eine Böschung oder ein geneigtes Gestell - statt flach aufs Garagendach.

Der Anschluss an die Filteranlage
Das Wasser kommt aus dem Filterkreislauf, und dafür beschreibt der OKU-Prospekt zwei Varianten. Welche passt, entscheidet die Höhe.
- Mit der Filterpumpe: In die Druckleitung der Filteranlage kommt ein motorischer Drei-Wege-Kugelhahn. Eine Differenztemperaturregelung schaltet ihn um, sobald der Absorber wärmer ist als das Becken, dann läuft der Filterstrom über das Dach und durch ein T-Stück zurück. Das geht in der Regel, solange die Absorber nicht mehr als sechs Meter über dem Wasserspiegel liegen.
- Mit eigener Pumpe: Liegt das Absorberfeld höher, etwa auf dem Dach eines zweigeschoßigen Hauses, bekommt der Solarkreis eine eigene Pumpe. Sie zweigt vor dem Filter ab und läuft nur, wenn die Regelung tatsächlich einen Wärmegewinn misst. Rückschlagventile in beiden Kreisen sind meist zweckmäßig.
Für die Pumpe gibt der Hersteller zwei Faustformeln an. Die Fördermenge ist die Absorberfläche mal 200 Liter je Stunde, also 2,5 Kubikmeter je Stunde für 12,4 Quadratmeter. Die Förderhöhe ist der Höhenunterschied vom Wasserspiegel zum Absorberfeld plus rund 5 Meter. Mehr als acht Absorber sollen nicht hintereinander geschaltet werden, mehrere Reihen werden so angeschlossen, dass jede gleich lange Leitungswege hat.

Solar oder Wärmepumpe
Beide Geräte heizen dasselbe Wasser, aber sie lösen verschiedene Aufgaben. Der Vergleich in Zahlen, die Anschaffungspreise als Richtwerte aus demselben Kostenüberblick:
| Solarabsorber | Wärmepumpe | |
|---|---|---|
| Anschaffung | 800 bis 3.500 € | 1.500 bis 6.800 € |
| Energie für die Wärme | Sonne, kostenlos | Strom, ein Fünftel der Wärme bei Jahresarbeitszahl 5 |
| Temperatur | 2 bis 7 Grad über ungeheizt | Wunschtemperatur, solange die Leistung reicht |
| Bei Schlechtwetter | kein Ertrag | läuft weiter |
| Platzbedarf | 45 bis 90 % der Wasserfläche mit Abdeckung | ein Außengerät |
Tab. 4 - Preise: swimmingpool-rechner.de, Richtwerte, abgerufen 23.10.2026. Temperatur und Fläche nach Tab. 1 und BauNetz Wissen
Wie weit die beiden auseinanderliegen, zeigt eine Rechnung für das Becken von 6,50 × 3,80 Metern mit 25 Kubikmetern. Ein Grad mehr braucht 1,16 Kilowattstunden je Kubikmeter, für das ganze Becken also 29 Kilowattstunden. Auf 12,4 Quadratmeter waagrechte Absorber fallen in Wien an einem durchschnittlichen Julitag 75 Kilowattstunden Sonnenenergie, im September 48. Selbst wenn jede davon im Wasser ankäme, wären das höchstens 2,6 Grad im Juli und 1,6 Grad im September - vor den Verlusten über Nacht. Eine Wärmepumpe mit 6 Kilowatt bringt in zehn Stunden Laufzeit 60 Kilowattstunden, rund 2 Grad, bei jedem Wetter, und verbraucht dafür bei einer Jahresarbeitszahl von 5 rund 12 Kilowattstunden Strom.
Daraus folgt keine Entweder-oder-Entscheidung, sondern eine Reihenfolge, wie sie auch für sonnenreiche Lagen gilt: erst die Abdeckung, dann die Absorber, dann - wenn der Mai und der September dazugehören sollen - die Wärmepumpe. Im Sommer erledigt die Sonne die Arbeit, die Wärmepumpe springt nur an den Rändern der Saison ein. Wie sich eine Pool-Wärmepumpe mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage betreiben lässt, steht unter https://www.energiemagazin.at/
Allein reicht die Solarheizung dort, wo der Pool ein Sommerbecken ist: Badesaison von Juni bis August, eine Abdeckung für die Nacht, ein Dach oder eine Böschung mit freier Südlage. Wer schon im Mai schwimmen will, plant die Wärmepumpe von Anfang an mit.
Wie viele Solarmatten braucht ein Pool?
Mit Abdeckung rund die halbe Wasserfläche, bei 30 Grad Neigung nach Süden 45 Prozent. Ohne Abdeckung um die Hälfte mehr. Für ein Becken von 6,50 × 3,80 Metern sind das 11 bis 18,5 Quadratmeter Absorber.
Wie warm wird der Pool mit Solarheizung?
Je nach Quelle 2 bis 7 Grad wärmer als ein ungeheiztes Becken. Eine feste Wunschtemperatur hält eine Solarheizung nicht, an trüben Tagen bringt sie nichts.
Ist eine Poolheizung mit Solarenergie sinnvoll?
Für ein Sommerbecken mit Abdeckung und freier Südlage ja: Die Wärme ist kostenlos, die Anschaffung liegt bei 800 bis 3.500 Euro. Für Mai und September reicht sie allein meist nicht, weil die Einstrahlung im September rund ein Drittel unter dem Juli liegt.
Kann man Solarabsorber und Wärmepumpe kombinieren?
Ja, das ist die übliche Reihenfolge: Abdeckung, Absorber, Wärmepumpe. Die Sonne deckt den Sommer, die Wärmepumpe die Ränder der Saison.
Was passiert im Winter mit den Absorbern?
Sie müssen vor dem ersten Frost vollständig entleert werden, gemeinsam mit der übrigen Verrohrung.